Hochbeet selber bauen, das ist für Berufstätige, Senioren und junge Familien mit kleinen Gartenflächen ein großes Thema. Die Arbeitshöhe wird an die Körpergröße angepasst. Und die Bepflanzung erfolgt nach dem täglichen Bedarf an Gemüse und Kräutern. In diesem Beitrag zeigen wir, wie man ein Hochbeet selber baut und wie es befüllt wird.

Im Herbst fällt eine große Menge an Schnittmaterial, an Laub und letztem Rasenschnitt an. Allein durch den Obstbaum- und Strauchschnitt verfügt man über ausreichend Füllmaterial für ein Hochbeet. Und die Temperaturen lassen den Bau eines solchen Beetes jetzt noch zu.

Zudem kann sich bis ins Frühjahr die erste Füllung setzen, sodass man dann leicht und bequem mit etwas Gartenerde auffüllen kann.

Hochbeet mit Scheibtruhe

Hochbeete gibt es in unterschiedlichen Größen, Längen und aus verschiedensten Materialien. Ausschlaggebend, welche Art Hochbeet man baut, ist immer der persönliche Bedarf an Gemüsen und Kräutern. Und das Vorhandensein eines passenden Platzes.

Abmaße, Material und Position eines Hochbeetes

Arbeitshöhe und Breite

Die gängige Arbeitshöhe des Hochbeetes beträgt 80 cm. Eine bequeme Breite liegt bei 1 Meter, sodass mit ausgestrecktem Arm alle Gemüse erreicht werden können. Soll das Hochbeet breiter werden, muss es von beiden Längsseiten zugänglich sein, sodass man jeweils bis zur Mitte bequem arbeiten kann. Alles andere macht wenig Sinn und wenig Freude am Hochbeet. Das Hochbeet kommt dem Gärtner also in der Höhe entgegen, um ein Beet bequemer zu bewirtschaften.

Flächenbedarf

Für den Bedarf an Beetfläche gilt folgende Regel: mit 10 Quadratmetern Beetfläche pro Person erreicht man bereits einen sehr hohen Selbstversorgungsgrad. Für einen kleinen Haushalt, der nur ein wenig Salat, Zucchini, Kräuter und Radieschen etc. benötigt, reichen hingegen 3 bis 5 Quadratmeter Beetfläche völlig aus.

Höfler gibt dazu folgenden Tipp: In den Hochbeeten wird ausschließlich Gemüse für den Frischgenuss gepflanzt. Lagergemüse wie Zwiebel, Kartoffel, Kürbisse werden gekauft.

Wieviele Hochbeete benötigt man?

Die Frage nach der Anzahl der Hochbeete richtet sich nach dem persönlichen Bedarf an Gemüsen und nach der Kulturmethode. Möchte man ausschließlich ein wenig Salat und Küchenkräuter ziehen, dann genügt 1 Hochbeet. Denn im Frühling werden darin Spinat und Radieschen gezogen, über den Sommer Salate sowie meist eine Zucchinipflanze und im Herbst sät man noch einmal Wintersalate und Spinat. Gängige Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel bleiben immer am selben Platz und werden an den Rand des Hochbeetes gepflanzt. Diese Pflanzfolge stellt meist auch den Einstieg in die Welt des Hochbeet-Gärtnerns dar.

Setzt man jedoch auf weitgehende Selbstversorgung, dann plant man drei bis fünf Hochbeete ein.

Welches Material fürs Hochbeet?

Hochbeete müssen nicht unbedingt aus Holz sein. Der Fachhandel bietet dafür unterschiedliche Materialen. Wird Holz verwendet, sollte man dafür Lerchenholz verwenden, das, je nach Witterung und Standort zwischen 5 und 10 Jahren hält. Aber auch Hochbeete mit Steckelementen aus Niroster-Stahl werden angeboten. Oder man mauert sich das Hochbeet und verwendet dafür Tuffstein. Dieser hat den Vorteil, dass er die Wärme speichert und diese während der kühlen Jahreszeit ans Hochbeet abgibt.

Eine Abdeckung erweitert das Hochbeet zum Frühbeet oder Mini-Gewächshaus. Siehe dazu auch der Kalte Kasten.

Eine Kostensparende Variante für das Projekt „Hochbeet selber bauen“ ist das Hochbeet aus Holzpaletten. Achten Sie aber immer darauf, unbehandelte Materialien für das Hochbeet zu verwenden. So sollten Bahnschwellen oder mit toxischen Substanzen des klassischen Holzschutzes behandeltes Material keinesfalls im Garten zum Einsatz kommen.

ovales Hochbeet aus geflochtenen Zweigen

Vielfalt bei der Hochbeet-Gestaltung. Es kann auch aus geflochtenen Weidenzweigen gefertigt werden.

Standort

Pflanzen lieben die Morgensonne. Deswegen sollte man Hochbeete auch nach dieser ausrichten. Ausschließlich Abendsonne ist zuwenig. Die optimale Position liegt also vom Südosten bis in den Südwesten.

Positioniert man das Hochbeet entlang des Hauses, sollte man die von der Wand vermehrt abgegebene Wärmestrahlung berücksichtigen. Diese erfordert regelmäßiges Gießen, sodass die Regentonne nicht allzeit entfernt liegen sollte. Hochbeete, die völlig im Freien stehen, benötigen demnach etwas weniger Wasser.

Generell gilt: Hochbeete sind ideale Wasser- und Wärmespeicher und bieten damit ein einzigartiges Mikroklima für die Pflanzen.

Zudem ist das Hochbeet Teil des Hausgartens. Und diesen legt man immer in der Nähe des Hauses bzw. der Küche an. Schließlich wird man diesen Gartenbereich mindestens einmal am Tag aufsuchen, um fürs tägliche Kochen zu ernten.

Daneben kann die Anlage von Hochbeeten mit Gestaltungsmethoden für den Terrassengarten und für Kräuterspiralen vervollständigt werden.

Welche Kultur passt fürs Hochbeet?

Zur Bewirtschaftung eines Hochbeetes hat sich die Mischkultur bewährt. Deswegen sollte man mehrere Hochbeete – zumindest drei – bei der Gartenplanung berücksichtigen.

Neben der Mischkultur können auch Methoden der Permakultur zur Anwendung gelangen. Diese beziehen sich hauptsächlich auf das Mulchen und die Pflanzengemeinschaften. Die Einbeziehung der Vertikalen kann bei der Planung eines Hochbeetes Berücksichtigung finden. So lassen sich bei individuell angelegten Hochbeeten auch Vertikalelemente wie ein Salatbaum oder Erdbeerbaum, das Bypassverfahren mittels Vliesschlauch oder tiefer gelegte, seitliche Pflanzbereiche für Tomaten (mit Überdachung) oder für Stangenbohnen und Gurken mit Rankgestänge integrieren.

Im Allgemeinen wird auf Mischkultur gesetzt. Bei drei Hochbeeten kommt das Prinzip der Fruchtfolge zur Anwendung (Starkzehrer, Mittelzehrer, Schwachzehrer).

Von den klassischen Suppenkräutern abgesehen sollten Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Estragon, Minzen,… jedoch in eine Kräuterspirale gesetzt werden.

Befüllung des Hochbeetes

Wie schon eingangs erwähnt, fällt im Herbst durch Baumschnitt und Gartenpflege viel organisches Material an. Dazu zählen das Schnittmaterial von Bäumen und Sträuchern, Laub, Rasenschnitt und Pflanzenteile. Mit ihnen wird das Hochbeet befüllt.

Mausgitter und Drainage

An die Basis des Hochbeetes verlegt man ein Mausgitter (meist Hasendraht), zweifach verlegt und 20 cm die Seitenwände hoch. Dieses hält Wühlmäuse davon ab, ins Hochbeet einzudringen. Als sinnvoll hat sich auch unterhalb der Basis des Hochbeetes eine Drainage von 20 cm Schotter mit einer 20/40 Körnung erwiesen. Der Schotter verhindert Staunässe im Hochbeet.

Grobes Füllmaterial und Verkleidung

Die Innenwände werden mit einer am Mausgitter aufliegenden Noppenfolie verkleidet. Und dann füllt man ganz zuunterst grobes Holzschnittgut ein. Mittelgroße Äste von Bäumen und Sträuchern im Ganzen, darauf folgen Zweige und Staudenabfälle, Laub, Rasenschnitt. Dieses grobe Material wird dann festgetreten und kann die Hälfte der Füllhöhe betragen.

ACHTUNG >> Keine Äste von Thule, Eibe (beide giftig), Nuss oder Eiche (verrottet schwer) verwenden!

Mist und Kompost

Höfler legt dann auf dieses zusammengetretene Astmaterial noch ein zweites Mausgitter. Bevor darauf Pferdemist oder Rindermist gegeben wird. Achten Sie dabei auf Mist eines Biobetriebes. Sie wollen ja auf gesundem Untergrund, frei von Chemie und Antibiotika, das Gemüse ziehen. Halb verrotteter Kompost kann statt des Mists ebenfalls verwendet werden. Achten Sie dabei aber auf Maulwurfsgrillen, deren Larven sich im Kompost gerne verstecken.

Auf diese Kompost-Mist-Schicht kommt grob scholliger Erdaushub (biologisch, nicht aus konventioneller Landwirtschaft!). Das Hochbeet ist nun zu zwei Dritteln befüllt.

Als Abschluss kommt fein gesiebte Komposterde oder feine Gartenerde mit Sandanteil – siehe dazu auch den Tipp für Gartenerde im Video.

Das Beet wird bis zum Rand gefüllt. Die Erde setzt sich im ersten Jahr um rund 15 cm. Diese Senkung muss nicht aufgefüllt werden, denn mit einer Abdeckung (auch mit einem mitwachsendem Vlies) steht das Hochbeet als Frühbeet zur Verfügung.

Fazit Hochbeet selber bauen

Wer sich ein Hochbeet selber bauen möchte, sollte dies im Herbst tun. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Das zahlreich anfallende Material durch Baum- und Strauchschnitt erleichtert die Befüllung. Zudem wird das Hochbeet bereits über den Winter als „Kalter Kasten“ oder „Frühbeet“ genutzt. Die Wintergemüse haben wir hier in diesem Beitrag beschrieben, die bereits zur Aussaat gelangen.

Hier geht es zu gebrauchten Geräten für die Gartenpflege wie Heckenschneider, Häcksler, Laubbläser, Freischneider.