Fast jeder hat sie im Garten – Sommerflieder, Ranunkelstrauch und Ginster. In diesem Beitrag stellen wir 12 Ziergehölze vor, die im Spätherbst einem fachkundigen Schnitt unterzogen werden, damit sie im kommenden Jahr wieder reichlich blühen.

Wie beim Obstbaumschnitt auch werden Ziergehölze unterschiedlich geschnitten. Es kommt ein Pflanz- und Aufbauschnitt und ein Erhaltungsschnitt oder Verjüngungsschnitt zur Anwendung.

An Zierbäumen, die mit dem Obst verwandt sind, wird der selbe Pflanz- und Aufbauschnitt wie bei Obstbäumen durchgeführt. Ist ein Grundgerüst erst einmal aufgebaut, werden diese Zierobstbäume (Zierkirsche oder Zierapfel) nicht mehr geschnitten. Außerdem benötigen nicht alle Ziergehölze auch einen Erhaltungsschnitt.

Ziel des Schnittes von Ziergehölzen ist es, deren Blüte zu fördern und das Altern hinauszuzögern. Der Schnittzeitpunkt richtet sich also nach dem Zeitpunkt ihrer Blüte, und auf welchem Holz die Blüten austreiben (Jahrestriebe oder Vorjahrestriebe). Falsch geschnitten kann es so zu einem Totalausfall der Blüte kommen, was durch den richtigen Zeitpunkt des Schneidens verhindert wird.

Der richtige Zeitpunkt für Frühsommerblüher

Der Zeitpunkt der Blüte und auf welchem Holz das Ziergehölz diese ansetzt bestimmen also den Zeitpunkt des Strauchschnittes. So werden im Spätherbst bis ans Winterende jene Frühsommerblüher geschnitten, deren Blüte auf vorjährigen Trieben entsteht. Dabei kommt ein Verjüngungsschnitt auf starke und jüngere Seitentriebe zur Anwendung. Alte Äste werden an der Basis entfernt.

Ginster Strauch in Blüte

Frühsommerblüher – Zu diesen zählen der Ginster, die Prachtglocke, der Berglorbeer. Ihre Blüten sitzen an vorjährigen Trieben. Mit Ginster sind hier frühe Sorten gemeint. Im Sommer blühende Ginster (späte Sorten) werden erst im zeitigen Frühjahr stark zurückgeschnitten.

Blüten einer Kolkwitzie

Auch zählen Kolkwitzien, Goldregen und Feuerdorn zu den Frühsommerblühern. Sie vertragen einen Verjüngungsschnitt am besten in der Ruhezeit der Vegetation. Also von Spätherbst bis Winterende.

Blüten eines Ranunkelstrauches

Beim Verjüngungsschnitt werden die Frühsommerblüher auf stärkere, jüngere Seitentriebe im Spätherbst zurück geschnitten. Zu ihnen zählen auch der Ranunkelstrauch, der Maiblumenstrauch und Pfeifenstrauch.

Auch für Weigelie, Fünffingerstrauch und Schneebeere gilt, alte Triebe an der Basis, bodennah zu entfernen. Achten Sie darauf, nicht mehr als 1 bis 3 solcher alten Äste pro Jahr zu entnehmen. Als „alt“ gelten mindestens 5 Jahre alte Triebe.

Was passiert mit den Frühjahrsblühern?

Im Frühjahr blühen u.a. Forsythie, Schneeball, Zaubernuss, Flieder, Blasenstrauch und Spierenarten. Die Blüten setzen diese Ziergehölze zwar entlang der Spitze der Vorjahrestriebe an. Würde man aber diese Ziersträucher einem Herbstsschnitt oder Winterschnitt unterziehen, fielen diesem dann aber auch die Blütentriebe zum Opfer. Deswegen werden Frühjahrsblüher sofort nach der Blüte geschnitten, und die verblühten Triebe entfernt. So beugt man einem Vergreisen dieser Ziergehölze vor. Der Strauch kann junge Triebe schieben, die dann wieder die Blütenknospen fürs kommende Jahr tragen.

Ziergehölze, die auf mehrjährigem Holz blühen, werden in mehrjährigen Abständen nur ausgelichtet und verjüngt. Das trifft vor allem auf den Flieder zu. Wird dieser einem starken Rückschnitt unterzogen, muss man im Folgejahr dann meist auch auf die Blüte verzichten. Ansonsten schneidet man den Flieder eben kurz nach der Blüte.

Tipp für Kräuter und Stauden

TIPP >>> Stauden und Kräuter schneidet man übrigens nicht im Herbst. In ihren Stängeln überwintern Larven und Käfer. Die Samen holen sich die Vögel. Zu diesen Stauden zählen Rittersporn, Phlox, Astern und Funkien. Bei Kräutern handelt es sich beispielsweise um Rosmarin, Salbei, Thymian, Heiligenkraut, Katzenminze und Lavendel.

Wohin mit dem Schnittmaterial?

Zwar enthalten Ziergehölze wie der Goldregen und Hecken auch Giftstoffe. Diese sind aber natürlichen Ursprungs. Sie werden durch chemische Prozesse bei der Kompostierung wieder abgebaut. Aus diesem Grund darf alles Schnittmaterial, das beim Schneiden der Ziergehölze und Heckenschnitt anfällt auch auf den Kompost.

Eine Ausnahme bildet dabei von Krankheitserregern und Pilzen befallenes Schnittmaterial. Dieses sollte verbrannt werden.

Um ein schnelles Verrotten des Strauchschnittes zu gewährleisten, wird dieser gehäckselt und dann erst der Kompostierung zugeführt. Gartenhäcksler oder Asthäcksler erleichtern Ihnen diese Arbeit.

Ist ein Hochbeet in Planung, können Sie die Äste, die beim Ziergehölze schneiden anfallen, auch als Füllung verwenden.

Zusammenfassung Ziergehölze schneiden

Wenn Sie Ihre Ziergehölze schneiden, achten Sie auf den Zeitpunkt der Blüte. So werden die Frühsommerblüher im Spätherbst bis zum Winterende geschnitten. Sie bilden die Blüten zudem am Vorjahresholz aus. Eine Liste dieser Ziergehölze können Sie hier herunterladen:

https://www.ihr-gartenprofi.com/fruehsommerblueher/

Schnittmaterial wird gehäckselt und kompostiert. Dafür muss nicht auf Giftstoffe in den Pflanzenteilen geachtet werden, da diese organischer Natur sind und durch die Kompostierung umgewandelt werden.

Für diese Beitrag haben wir uns von folgenden Büchern inspirieren lassen:

Vötsch, Weingerl: Hecken-, Strauch- und Obstbaumschnitt.

Hans Höfler: Die Gartenschatzkiste.

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