Neben der Verwendung von abfallendem Laub widmen wir uns in diesem Beitrag dem Einwintern des Gartens und Einlagern von Gemüse. Alle Arbeiten für den Oktober und November im Ziergarten, Obstgarten und Gemüsegarten werden beschrieben. Bereiten wir den Garten für den Winter vor.

Einwintern im Oktober und November

Neben einer späten Ernte sind im Garten auch Vorbeitungen für den Winter zu treffen. Diese Arbeiten finden im Oktober und November statt.

Den Obstgarten für den Winter vorbereiten

Neben dem letzten Baumschnitt von Steinobst und Kernobst wird ab Mitte Oktober damit begonnen, Obstbäume und Gehölze zu setzen. Ebenso wird im Oktober das Beerenobst ausgepflanzt.

Bis Ende Oktober sollten die Leimringe (10 cm breite Papier- oder Kunststoffstreifen, die mit einem trockenen Klebstoff bestrichen sind) am Stamm der Obstbäume angelegt sein, um die Weibchen des Frostspanners am Hochklettern zu hindern. Diese legen im Herbst ihre Eier. Deren Raupen fressen im Frühling dann Löcher in die Blätter, vorzugsweise während der Zeit des Blattaustriebes. Frostspanner lieben Ahorne, Hainbuchen, Linden und verschiedene Obstarten wie die Kirsche, den Apfel und die Pflaume.

In die Baumscheiben können Kaiserkronen gesetzt werden. Der Geruch ihrer Zwiebeln vertreibt Wühlmäuse. Bis in den November soll die Neuanpflanzung von Bäumen und Sträuchern abgeschlossen sein. Um den Stamm junger Obstbäume werden Drahthosen angebracht, die Hasenfraß und Rehverbiss verhindern helfen. Außerdem wird spätestens ab November das Lagerobst kontrolliert und faules Obst entfernt

>> TIPP << ? Äpfel werden einzeln in die Stellagen oder Steigen gelegt. So halten sie sich länger.

Den Ziergarten für den Winter vorbereiten

Die beste Pflanzzeit für Stauden, Ziergehölze und Blumenzwiebeln ist ebenfalls der Herbst. Bis Ende Oktober muss diese Arbeit abgeschlossen sein. Ausgepflanzte Blumenzwiebeln werden mit Mull, Tannenreisig oder Laub bedeckt und so vor Frost geschützt.

Sollen im Frühling die Tulpen im Garten blühen, müssen diese jetzt gesetzt werden. Eine beliebte Methode für den kleine Garten stellt das Setzen von Tulpen in Töpfen dar. Dabei werden diese gemeinsam mit Märzenbechern und anderen Frühlingsblühern schichtweise in den Topf gesetzt. Die Töpfe bleiben im Freien, müssen aber gut abgedeckt und vor Frost geschützt werden. Auch Staunässe muss vermieden werden, da sonst die Zwiebeln in den Töpfen verfaulen.

Die Knollen von Dahlien und Gladiolen werden im Oktober aus der Erde genommen und an einem kühlen, trockenen und frostfreien Ort eingelagert. Die Knollen ziehen sich in dieser Zeit zurück und gehen in die Winterruhe. Man lagert sie auf ein wenig Erde oder Sand liegend.

Die Staudenbestände in Steingärten und Rabatten werden ausgelichtet. Bei Bedarf kann man die Stauden jetzt teilen und umsetzen. Und der Rasen erhält im Oktober bei trockenem Wetter seinen letzten Schnitt.

>>TIPP << ? hier geht es zu gebrauchten Rasenmähern.

Selbst die gängigen Balkonblumen wie Geranien, Begonien und Fuchsien werden eingewintert. Man nimmt dazu die Knollen aus der Erde und bettet sie auf etwas Sand. Die Fuchsien verbleiben im Topf und werden mit den Knollen in einen frostfreien Keller gestellt. Bei Trockenheit muss darauf geachtet werden, die Fuchsien sanft zu gießen.

Die Rosen häufelt man gegen Ende Oktober hoch an. Darüber legt man Deckreisig. Hochstammrosen werden umgelegt oder mit einer Schutzhaube (Schutzflies) vor Frost bewahrt. Empfindliche Stauden schützt man zudem mit Deckreisig. Hoch wachsende Ziergräser werden zusammengebunden. In Schnee reichen Regionen überbaut man empfindliche Stauden und Ziergräser mit einem Holzdach, um Schneedruck zu vermeiden.

Den Gemüsegarten für den Winter vorbereiten

Wintergemüse werden in Einschläge oder Überwinterungsräume gebracht. Wer einen Erdkeller besitzt, darf sich glücklich schätzen. Er bietet das ideale Mikroklima für Kartoffel, Rüben aller Art, Sellerie und Äpfel. Gärtner ohne Erdkeller schlagen das Wintergemüse in Sand im Keller ein. Damit lässt sich Winterendivie neben Kren und Möhren auch im Keller aufbewahren. Aber auch im Frühbeet (Kalter Kasten) hält sich die Winterendivie noch lange.

Daneben bleiben Porree, Rosenkohl, Schwarzwurzeln und Krauskohl im Freien. Diese Gemüse erfrieren nicht und man erntet sie dann, so wie man sie braucht. Im Gegenteil, etwas Frost verstärkt den Geschmack des Rosenkohls.

Die Tomaten werden vor der ersten Frostnacht mit dem Grün abgeschnitten und an einem trocken Ort zum Nachreifen verkehrt herum aufgehängt. Eine zweite Möglichkeit besteht, die Tomaten mit dem Grün in eine mit Zeitungspapier ausgelegte Kiste zu legen. Dazu legt man vollreife Tomaten, deren Ausdünstungen dann den Reifeprozess bei den übrigen grünen Tomaten auslösen.

Wer auf Schnittlauch und Petersilie nicht verzichten möchte und einen hellen Platz (Küchenfenster) dafür hat, setzt ein paar Petersilien- und Schnittlauchstöcke in Blumentöpfe. So kann im Winter frisches Grün geerntet werden. Setzt man Petersilienwurzeln in einen Topf und stellt diesen an einen warmen lichten Ort im Haus, treiben diese wieder aus. Frisches Petersiliengrün ist dann bis Weihnachten verfügbar.

>> ACHTUNG << Schnittlauch im Beet muss nicht abgedeckt werden. Er benötigt starken Frost für einen kräftigen Neuaustrieb im kommenden Frühling.

Gärtner mit Fruchtwechsel-Beeten düngen jetzt die Beete, die in diesem Jahr in dritter Tracht standen. Im November wird der Kompost umgesetzt. Kohlstrünke werden verbrannt, Bohnenstangen herausgenommen und gesäubert.

Kohl

Kohlarten wie Sprossenkohl, Krauskohl überwintert im Freien. Ihm tut der Frost nichts und man erntet ihn so, wie man ihn benötigt. Der Frost verstärkt sogar den angenehmen Geschmack des Kohls.

Das Winterquartier im Freien

Abdecken und Mulchen

Empfindliche Pflanzen und Gemüse werden im Herbst vor Frost und Schneedruck geschützt. Das geschieht einerseits durch Deckreisig, Folien, Stroh oder Pappkarton. Andererseits schützt auch eine dicke Laubschicht von rund 50 cm Höhe. Mediterrane Kräuter lassen sich so in rauen Lagen vor Frost schützen. Man bedenke, dass jeder Regenwurm 20 Blätter am Tag in seine Gänge zieht und verdaut. Wer also mit Laub mulcht und seine Beete abdeckt, der sorgt auch für gute Erde im Folgejahr.

Werden die Wurzeln des Mangold nach der Ernte dick mit Laub- oder Strohmulch abgedeckt, kann dieser im zeitigen Frühjahr ein zweites Mal austreiben. Er geht danach aber in die Blüte und muss durch eine Neuanpflanzung ersetzt werden.

Die Furchenkultur

Eine lange gärtnerische Tradition stellt die Furchenkultur dar. Mit ihr wird Gemüse in der Furche gepflanzt. Diese wird bei Wintergemüse wie Porree oder Endivie im Herbst geschlossen. So entsteht ein Damm, der den Endiviensalat bei entsprechender Abdeckung bis zu minus 10 Grad schützt.

Der Kalte Kasten

Der Kalte Kasten ist das ideale Winterquartier für Kohlarten. Mit 4 starken Brettern wird ein Kasten zusammengeschraubt und mit passenden Fensterflügeln zugedeckt. Die Älteren unter uns Gärtnern kennen einen solchen Kasten mit Fensterflügeln vielleicht noch von den Großeltern. Da hielten dann die ausrangierten Fenster für den Garten her. Heute bekommt man solche Fenster auf Fetzenmärkten. Da sollte man also zuschlagen und nach den Fensterabmaßen dann den Kalten Kasten errichten. Selbst jetzt im Herbst kann man sich noch so einen Kalten Kasten im Garten bauen.

Ein Kalter Kasten ist neben dem Einschlag für Kohlgemüse oder Porree auch das ideale Wintersalatbeet oder Frühbeet. Ist dieser mobil gestaltet, schützt er im Frühling Gemüse vor Schneckenfraß. Eine Bauanleitung zu einem solchen Kasten – und auch für die Erdmiete – findet man bei Heide Hasskerl in „Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit“.

Der Kalte Kasten ist eine einfache Konstruktion aus vier starken Brettern oder Bohlen, die mit Fensterflügeln abgedeckt wird – wie am Bild ersichtlich kann man auch Fensterrahmen selbst bauen und diese mit einer starken Folie überziehen. Der Kalte Kasten dient als Winterbeet, Winterquartier oder Frühbeet.

Die Erdmiete

Die Erdmiete ist die kostengünstigste Form eines Winterquartiers im Freien. Knollen, Rüben und Wurzelgemüse wie Karotten können in ihr gelagert werden. Ihr Pendant ist der Erdkeller. Die Erdmiete funktioniert auch in Regionen mit starken Frösten.

Für die Erdmiete wird eine rechteckige Grube von 0,5 bis 1 Meter Tiefe bei trockenem Wetter ausgehoben. Um Wühlmäuse oder andere Nager von dieser fern zu halten, schlägt man die Erdmiete mit einem engmaschigen Draht aus. Das Drahtgeflecht wird mit etwas Erde oder Stroh bedeckt, denn das Gemüse soll nicht mit dem Draht in Berührung kommen.

Danach wird das Loch mit reichlich trockenem Stroh gefüllt und dieses festgetreten. Dann legt man das Erntegut darauf – es muss trocken und einwandfrei sein. Darauf kommt eine dicke Schicht aus Stroh, die das Erntegut abdeckt.

Sinken die Temperaturen jenseits der minus 5 Grad, wird die Erdmiete geschlossen. Das heißt, man schichtet über die Strohabdeckung gleichmäßig den restlichen Erdaushub. Dabei muss der Gasaustausch gewährleistet bleiben, denn das so eingelagerte Gemüse „dampft“. Das geschieht, indem man die Erdmiete in Firstform schließt und in den First mehrere Strohbüschel steckt. Auch ein Rohr, das in den First eingearbeitet wird, dessen Öffnungen man mit Stroh verschließt, gewährleistet den Gasaustausch. Dadurch wird Fäulnis verhindert und das Gemüse bekommt Luft.

Zusammenfassung – den Garten für den Winter vorbereiten

Der Oktober und November sind also nichts für faule Gärtner. Jede Menge ist zu tun.

Neben der letzten Ernte, dem Einwintern der Gemüse, dem abschließenden Auslichtungsschnitt, einer letzten Rasenmahd, sowie den Anpflanzungen neuer Bäume und Sträucher widmet man sich diversen Ausbesserungsarbeiten. So können Stützmauern an frostfreien Tagen noch repariert werden. Zäune kann man auch noch streichen, solange die Tagestemperatur bis 20 Grad steigt, sodass die Farbe gut trocknen kann.

Und vergessen Sie nicht auf den Mähroboter. Der darf jetzt gemeinsam mit den anderen Gerätschaften ins Winterquartier. Diverse Reparaturen an den Gartengeräten werden später vorgenommen. Auch die Spiel- und Familienzone des Gartens werden winterfest gemacht. Sandkiste, Spielgeräte und Pool werden abgedeckt. Die Gartenküche und Grillzone wird auf Winterbetrieb umgestellt.

Weiterführende Literatur

Heide Hasskerl, Selbstversorgt durch die kalte Jahreszeit. Sorten. Kultur. Pflege. Rezepte. Leopold Stocker Verlag: 2017

Norbert Kleinz: Ur-Obst. Wurzelecht und pflegeleicht. 200 Sorten. Leopold Stocker Verlag: 2016.

Hans Höfler: Die Gartenschatzkiste. Aus dem reichen Erfahrungsschatz des Gartendoktors. 2. Auflage. Leopold Stocker Verlag: 2015.

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